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Wohnbereiche

Unser sonderandragogisches Förderungskonzept geht davon aus, dass der intelligenzgeminderte Mensch, unabhängig davon, auf welcher Lernstufe er sich befindet, lebenslang lernfähig ist und ebenso wie der Nichtbehinderte körperlich, emotional, kognitiv und sozial dazulernen kann. Für ein personenzentriertes Angebot ist uns die Analyse der Lebensgeschichte und die Erfassung des individuellen Entwicklungsstandes besonders wichtig. Es werden sowohl die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen als auch die erforderlichen Regeln für die einzelnen Bewohner definiert, so dass eine Teilnahme an der Gemeinschaft ermöglicht wird.

In der Wohnstätte werden Förderungsmaßnahmen individuell auf die Persönlichkeit, den Behinderungsgrad und das Alter ausgerichtet mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Selbstverwirklichung und persönlicher Freiheit für die Betreuten zu erlangen. Hierbei muss auch den durch die psychische Erkrankung gegebenen individuellen Besonderheiten Rechnung getragen werden, d. h. im Einzelfall kann es besser sein, Verhaltensstörungen und Eigenarten zu akzeptieren, anstatt diese weg therapieren zu wollen. Für jeden einzelnen Betreuten versuchen wir, einen Lebensraum zu schaffen, der sein problematisches Verhalten so wenig wie möglich aktiviert.

Die freizeit- und tagesstrukturierenden Angebote orientieren sich an den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Betreuten. Dabei sind Wohnen, Freizeit und Beschäftigung unterschiedliche Erlebnis- und Lernfelder, die auch Raum bieten für Entspannung und Ruhe. Die Teilnahme an Freizeitangeboten ist freiwillig, jedoch wirken die Betreuer motivierend, um einer eventuellen Passivität entgegenzuarbeiten bzw. an Neues behutsam heranzuführen. Es wird allerdings von den Betreuten grundsätzlich erwartet, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an anfallenden Alltagsaufgaben wie Reinigung des eigenen Zimmers, Wäschepflege usw. unter Anleitung bzw. mit Hilfestellung der Betreuer beteiligen.

Alltägliche Lebensführung
Hauswirtschaftliche Arbeiten, d. h. Wäschepflege sowie Pflege des Gartens und kleinere Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten werden von den Betreuten gemeinsam mit den Betreuern durchgeführt. Die Betreuten erhalten dabei die ihren Fähigkeiten angemessene Anleitung bzw. Hilfestellung. Für den Bereich der Verpflegung werden alle Betreuten abwechselnd in die Essensplanung, die Besorgung von Lebensmitteln und die Herstellung der Mahlzeiten aktiv eingebunden.

Individuelle Basisversorgung
Die Betreuten werden - wenn nötig - angeleitet und unterstützt bei der Auswahl der Nahrung und Getränke, bei der Körperpflege, beim Duschen und Baden, bei der Toilettenhygiene, beim An- und Ausziehen und bei der Auswahl der Kleidung.

Gestaltung sozialer Beziehungen
Die Betreuten werden angeregt, Beziehungen zu Mitbewohnern, Angehörigen und Betreuern aufzunehmen, Konflikte zu vermeiden bzw. zu klären und sich an Absprachen zu halten. Beratende Begleitung wird durch die Betreuer sichergestellt.

Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben
Unter Berücksichtigung von Vorlieben und Hobbys wird mit den Betreuten ihre freie Zeit gestaltet. Hobbys werden angeregt und deren Pflege begleitet. Kulturelle Angebote wie Zirkus, Konzerte, Feste, Theater und Ausstellungen werden mit Einzelnen oder in Gruppen wahrgenommen. Auch wird eine Teilnahme an externen Kursen begleitet und ermöglicht. Bei entsprechender Reflexionsfähigkeit werden Betreute motiviert, sich mit ihrer eigenen Behinderung und mit ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Möglichkeiten der Integration werden geprüft und soweit wie möglich realisiert, wie auch z. B. durch die Teilnahme an einer Tauchsportgruppe.

Kommunikation und Orientierung
Es wird geübt, Wünsche, Ängste und Sorgen zu verbalisieren, um an deren Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten. Viele Einzelgespräche werden geführt, auch unter Einbeziehung von Ausspracheübungen und Wortschatzerweiterungen. Bei Betreuten ohne oder mit geringer Sprachentwicklung wird die nonverbale Verständigung gesucht und weiterentwickelt. Wir wollen damit der Entwicklung mutistischer Verhaltensweisen entgegenwirken, damit die fehlende Fähigkeit zur verbalen Dialogkommunikation nicht zum Ausschluss von der Gemeinschaft führt. Hilfe bei der Kommunikation untereinander oder mit Angehörigen und Mitarbeitern der Werkstätten ist ebenfalls ein wichtiger Baustein.

Emotionale und psychische Entwicklung
Den Betreuten wird Unterstützung und Begleitung angeboten bei der Bewältigung von Angst, Unruhe, Spannungen und bei der Bewältigung paranoider oder affektiver Symptomatik. Der Umgang mit sowie der Abbau von selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen wird erarbeitet und geübt. Emotionale Kompetenzen werden benannt und positiv verstärkt.

Gesundheitsförderung und -erhaltung
Es wird Wert auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung gelegt. Ebenso wird für die dazugehörige notwendige Bewegung durch Motivation und Lernen am Vorbild gesorgt. Die Bewohner werden bei Arztbesuchen begleitet und beim Ausführen ärztlicher und therapeutischer Verordnungen angeleitet. Die Vermeidung gesundheitsschädigender Verhaltensweisen, wie z. B. Rauchen, wird thematisiert. Zahnputztraining, Brillentraining, das Tragen von Zahnprothesen und ähnliches werden sorgsam geübt und immer wieder durchgeführt.

Umgang mit Krisen
Es existiert eine 24h-Rufbereitschaft von Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie an 365 Tagen im Jahr. In regelmäßig stattfindenden Betreutenbesprechungen werden sich anbahnende Krisen schon im Vorfeld bearbeitet und häufig dadurch verhindert. Da wir die meisten unserer Betreuten gut kennen und auch kleinste Veränderungen beachten, ist es unser Ziel, alle auftretenden Probleme und Schwierigkeiten innerhalb der Einrichtung zu lösen. Wir unterscheiden zwischen Krisen, die psychiatrisch und solchen, die psychotherapeutisch-andragogisch zu regeln sind.
Bestehende oder sich neu entwickelnde krisenhafte psychiatrische Störungen, wie z. B. schizophrene oder depressive Episoden, versuchen wir mit eigener Kompetenz zu bewältigen. Im Ausnahmefall kann eine vorübergehende stationäre Behandlung notwendig werden. Grundsätzlich führt ein Klinikaufenthalt nicht zum Verlust des Wohnplatzes.

Von andragogisch zu regelnden Krisen sprechen wir dann, wenn ein Betreuter aufgrund seiner sozialen und intellektuellen Situation zu Verhaltensauffälligkeiten Zuflucht nimmt. Auch hier haben ärztliche, z. B. psychopharmakologische Maßnahmen, eine - allerdings sekundäre - Bedeutung. Vorrangig ist über eine Situationsanalyse die Bearbeitung der Ursachen im Umfeld und die heilpädagogische sowie psychologische Arbeit mit dem Bewohner, einhergehend mit der Unterstützung der Betreuer.

Um den erfolgreichen Umgang auch bei schwierigsten Verhaltensweisen, wie z. B. aggressiven Durchbrüchen, mit dem Ziel einer gesicherten Integration des Bewohners in die Wohnstätte zu garantieren, stehen alle notwendigen Maßnahmen zur Verfügung. Wenn eine verbale psychotherapeutische Intervention nicht ausreichend ist, insbesondere bei starken Erregungszuständen oder längerfristiger nächtlicher Unruhe, können dies die Gabe von sedierenden Psychopharmaka, bei fremdaggressivem Verhalten auch Time-out-Maßnahmen und bei schwerem selbstverletzenden Verhalten im Extremfall auch eine Fixierung sein. Die bei Bedarf notwendigen Interventionen werden mit den gesetzlichen Betreuern der Betreuten, dem Heimfürsprecher und dem zuständigen Amtsgericht abgestimmt.

Umgang mit Süchten
In der Arbeit mit intelligenzgeminderten Menschen hat man es am häufigsten mit Koffein- oder Nikotinsucht, gelegentlich auch mit Esssucht oder mit Alkoholmissbrauch zu tun. Es wird versucht, über Gespräche Einsicht in das krank machende Verhalten zu erlangen, um das Suchtpotential sukzessive abzubauen. Innerhalb der Wohnstätten hat man sich inzwischen auf ein Rauchverbot sowohl für Mitarbeiter als auch für Betreute geeinigt.

Betreuung im Alter
Es gibt in unseren Einrichtungen keine Altersgrenze nach oben. Die Betreuten können in der Einrichtung bis zu ihrem Lebensende verweilen und im Bedarfsfall auch gepflegt werden. Dazu steht examiniertes Krankenpflegepersonal zur Verfügung und Mitarbeiter, die sich entsprechend weiterbilden. Auch unsere älter gewordenen Betreuten werden in tagesstrukturierende Maßnahmen eingebunden, soweit dies ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht.

  • 10-Jahres-Feier im Hans-Riegler-Haus
  • Weihnachtsfeier im Haus Geronsee
  • Arbeitsförderbereich im Haus Geronsee
  • Gruppenbild Haus Geronsee
  • Arbeitsförderbereich im Haus Geronsee
  • Arbeitsförderbereich im Wohnverbund Berlin
  • Einkaufsfahrt mit dem Bus im Wohnverbund Berlin
  • Urlaub mit Betreuten aus dem Wohnverbund Berlin
  • Schwimmgruppe im Wohnverbund Berlin
  • Schwimmgruppe im Wohnverbund Berlin
  • Im Garten des Petra-Ramminger-Hauses
  • Außenbereich Haus Geronsee
  • Hans-Riegeler-Haus, Berlin
  • Petra-Ramminger-Haus, Berlin
  • Petra-Ramminger-Haus, Berlin
  • GiB Zentrale, Tuchmacherweg, Berlin
  • Haus Geronsee
  • Haus Geronsee, Arbeitsförderbereich
  • Haus Geronsee
  • Haus Geronsee, Gartenbereich
    GIB e.V.    Tuchmacherweg 8/10    13158 Berlin    Fon:030/91 20 75 60    Fax:030/91 20 75 69    e-mail: post@gib-ev.de
(Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 3032100, BLZ 100 205 00)
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